Hangzhou im Hochsommer

Hangzhou begrüsst wie alle chinesichen Großstädte oder mittelgroßen Städte den Besucher mit einem imponierend großen Bahnhof. Ein Schnellzugbahnhof. Lange Marmorgänge so weit wie das Auge sieht. Reinigungskräfte auf Minicars die einen Lappen vor sich herschiebend den Boden glänzend halten.

Kurzfristige Hotelbuchung noch im Hochgeschwindigkeitszug hat funktioniert. Also nix wie hin zum gebuchten temporär-Heim. Es sollte eine Unterkunft im Zentrum, in gehweite zum West-See sein. Dem Zentrum und der Hauptattraktion der Stadt.

fensterloses Zimmer, verrauchte Betten und muffiges Badezimmer kann gar nix.

Ich hatte ein günstigeres Zimmer gebucht. Leider hatte ich, wieder einmal vergessen auf den Checkpunkt: „Windows“ zu achten bzw. wahrzunehmen. Es wurde daher ein innenliegendes Hotelzimmer ohne Fenster mit Zugang über den Gang im ersten Stock. Das gleiche ist mir schon einmal in Peking passiert jedoch kam zum nicht vorhandenen natürlichen Lichteinfall noch die Tatsache dazu das sich das Zimmer im Kellergeschoss befunden hat.

Die Frage für mich hieß also: eine Nacht o.k. in einem nach Zigarettenrauch riechenden, sauerstoffarmen Zimmer zu übernachten? Die Tatsache der Vorauszahlung hat dann die Frage entschieden. Auch wenn ich mir versprochen habe das es kein drittes Mal fensterlose Hotelzimmer geben wird. Die zweite Nacht wurde dann umgebucht auf ein 5* Hotelzimmer am Rande der Stadt. Genug Podcasts zum nachhören waren am IPhone gespreichert – die Fahrtzeit mit der U-Bahn war also kein Problem.

Die Schönheit des West-Sees

Das Zentrum Hangzhou’s bildet der West-See, ein relativ großer See mitten in der Stadt. Ich hatte das Glück den ersten Eindruck dieses Sees auf einem hausbootartigen Gefährt über den See zu erhalten. In 30 Minuten schippert man für 30 Yuan von einem Ende zum Anderen und wieder zurück und im Mondschein ragen um den See Bagoden und Häuser aus einer anderen Zeit hervor. Diese Sehenswürdigkeiten werden hell angestrahlt und ergeben einen surrealen Eindruck. Vorteilhaft das am Abend zu machen ist, dass es so scheint als ob der Himmel klar wäre. Der tägliche Smog über der Stadt ist unsichtbar und die Kühle des Wassers lässt durchatmen.

Ich bin beeindruckt.

Auch oder gerade wegen des G8 Gipfels, der dieses Wochenende in Hangzhou zu Gast war – waren natürlich auch dementsprechend viele Menschen in der Stadt. Ich nehme an die Hotelzimmerpreise waren auch deshalb dementsprechend hoch. Bekannte gingen sogar davon aus das sogar die Immobilienpreise – die in China aufgrund von ziemlich verwegenenen Indikatoren steigen oder fallen – nach oben geschnellt sind. Spekulatoren hatten offensichtlich auch ihren Spass an diesem Wochenende.

Auf einem Spaziergang durch das nächtliche Hangzhou kam ich an einer geschlossenen Tourist-Info vorbei und die Vorfreude auf eine Möglichkeit diese schöne Stadt auch per Touri zu erkunden liess mich innerlich jubeln. Umso erstaunter war ich, als ich am nächsten Morgen das Zentrum noch einmal besuchte und es keine englisch-sprachigen Guides bzw. Touren gegeben hat. Schade eigentlich, für eine der beliebtesten – und das nicht ohne Grund – Städte in China wäre das eine schöne Sache gewesen.

Ich war jedoch froh meine persönliche Red-Bus-Tour gefunden zu haben. Buslinie 58 fährt einmal um den See und hält meistens am Ufer – die Sehenswürdigkeiten waren also gut zu erreichen. Auch wenn mir die Aussicht von Weitem fototechnisch und real gereicht hat.

Hotels:
fensterlos 3*
New Dongpo Hotel Hanghou
http://new-dongpo.hangzhouhotel.org/

großartig 4* ausserhalb vom Stadtzentrum
New Century Yuhang Hangzhou
http://www.newcenturygrandhotel.com/

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